So langsam wird es ernst – das Vorbereitungsseminar

Wie versprochen kommt hier das kleine Update nach dem Vorbereitungsseminar – ich kann nur sagen, es war super! Begonnen hat alles am 21.06., direkt morgens um 6.15 Uhr, als Pia (eine Mitfreiwillige) und ich uns am Bahnhof in Pforzheim trafen. Dann ging es mit dem Zug einmal komplett durch Deutschland bis ganz in den Norden nach Bosau, eine kleine Ortschaft, in der unser Vorbereitungsseminar stattfinden sollte. Auf dem Weg durch Deutschland sammelten wir fast die Hälfte der anderen Freiwilligen ein, sodass wir im Endeffekt als eine riesige Truppe dort ankamen.

Einmal kurz eine Beschreibung von der Freizeitstätte: ein großes Haupthaus mit zwei Stockwerken, unten die Küche plus Speisesaal (das Essen war superlecker!), oben mehrere Seminarräume (in denen wir die meiste Zeit verbrachten), hinter dem Haupthaus ein wunderschöner, riesiger und erstaunlich warmer See plus Badeinsel und Kanus. Auf der linken Seite des Haupthauses ein Waschhaus und dahinter ein Volleyballplatz und eine Reihe von Tippies (in denen wir für die Woche untergebracht waren). Alles in allem ein super Platz um dort eine Woche Vorbereitung zu verbringen! Und es war auch super! Zwar haben wir zu sechst in einem Fünfertippie geschlafen (wo aber eigentlich noch mehr Leute reingepasst hätten) und nachts war es manchmal etwas kalt, wodurch wir Bekanntschaft mit Nacktschnecken machten, aber genau so etwas wird das Vorbereitungsseminar unvergesslich machen!

Am ersten Tag ging es hauptsächlich darum, die anderen Freiwilligen durch kurze Spiele kennenzulernen und etwas über den Verlauf der Woche zu erfahren und am nächsten Morgen, nach einer ersten, lustigen Nacht im Tippie, ging es dann direkt mit dem ersten Seminar los. Auch wenn sich solche Seminar vielleicht trocken anhören können, wenn ich hier so von ihnen schreibe, so kann ich doch versichern, dass sie alles andere als langweilig oder trocken waren! Wir durften super viel  mitgestalten, haben viele Spiele gespielt (jeder Freiwillige musste vor dem Seminar ein warm-up Spiel vorbereiten) aber trotzdem viel Input von unseren Leiterinnen bekommen. Besonders toll fand ich, dass unsere Leiterinnen für jeden von uns eine Mappe mitgeführt haben, in die alle von unseren Arbeitsblättern und Packlisten hineinkamen – und wahrscheinlich das beste am ganzen Seminar: Briefe die jeder Freiwillige an alle anderen schreiben konnte! An dieser Stelle danke für all die Briefe die ich bekommen habe, auch wenn ich sie erst in Ecuador öffnen werde.

Ich kann auf jeden Fall sagen, dass die Vorfreude für das kommende Jahr immens gestiegen ist, denn obwohl wir viele schwierige Themen behandelt haben, auf die man als Freiwilliger achten muss – wie globales Lernen, Vorurteile etc. – und ein Tropenarzt da war, der uns über alle möglichen Hygienemaßnahmen und Krankheiten aufgeklärt hat, über die man eher nicht nachdenken will (es aber muss), so ist mir aufgefallen, dass es in knapp zwei Monaten losgeht und ich dann endlich meine Gastfamilie und mein Projekt kennenlernen werde! Für diesen Schub an Vorfreude hat ganz besonders der Ländertag gesorgt, wo wir in die verschiedenen Ländergruppen aufgeteilt wurden (Indien, Südafrika, Ghana und Ecuador) und dann mit ehemaligen Freiwilligen aus den Ländern reden und ihnen alle Fragen stellen durften, die wir wollten – das war mein absoluter Lieblingstag!

Aber natürlich gab es in der Woche auch nicht nur Seminare, wir waren zum Beispiel alle zusammen Kanu fahren – das war so lustig – und haben uns dann im Wasser gegenseitig festgehalten und somit eine riesige Kanuschlange gebildet. Wir haben wie schon erwähnt tausende Spiele gespielt, abends eigentlich fast immer mindestens eine Partie Dixxit oder Werwolf (coole Spiele, kann ich nur empfehlen) und waren mehr als einmal bei Sonnenuntergang oder nachts am See – er war erstaunlich warm! Was mich besonders verwundert hat, war, dass es in Bosau nachts nie richtig dunkel geworden ist! Das klingt jetzt vielleicht etwas doof, aber selbst wenn wir nachts um halb drei noch unten am See waren, so war der Himmel immer noch komplett rosa, wie direkt bei einem Sonnenuntergang. Außerdem muss ich an dieser Stelle noch erwähnen, dass ich mir keine coolere Gruppe an Freiwilligen hätte vorstellen können! Ich kann es gar nicht mehr abwarten, einige davon in Ecuador wiederzusehen (zum Beispiel Bianca, meine Mitfreiwillige) und die anderen spätestens in eineinhalb Jahren auf dem Rückkehrerseminar. Mit Bianca, meiner Mitfreiwilligen, habe ich mich übrigens super gut verstanden – so wie auch mit allen anderen Freiwilligen (sind einfach eine super Truppe)- und ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam nächstes Jahr jede Menge Spaß haben werden, hatten wir die ganze letzte Woche auch schon! Oh, wie lange das noch dauert- besonders wenn man bedenkt, was in dieser Zeit alles noch passieren wird! Jetzt kommen erst einmal die eher „unangenehmen“ Sachen der Vorbereitung – ich warte gespannt auf mein Visum und muss mich bald gedanklich mit dem Packen beschäftigen (das wird nochmal eine Krise werden) und dann kommen auch schon bald die Abschiede von meinen Freunden und meiner Familie.

Aber durch das Seminar ist jetzt erst einmal so viel Vorfreude aufgekommen, dass ich es wirklich kaum mehr erwarten kann!

Danke an KulturLife (meine Entsendeorganisation) für dieses coole Vorbereitungsseminar, ich könnte mir bisher keine bessere Entsendeorganisation wünschen!

 


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