Vom Riesen der in der Pfütze ertrank

So merkwürdig der Titel auch klingen mag, so toll war doch auf jeden Fall mein letztes Wochenende! Da es allein von diesem Wochenende so viel zu erzählen gibt, dachte ich, ich melde mich jetzt direkt nochmal (besonders da auch das WLAN wieder funktioniert). Nachdem der Schultag am Freitag auch noch geschafft war (anstrengend aber toll wie immer, besonders die Stunden mit der Oberstufe sind Freitags mein absolutes Highlight, da es so interessant ist mit den Jugendlichen aus dieser mir doch noch so fremden Kultur zu reden) kamen wir müde zuhause an, aber voller Vorfreude, da wir uns entschieden hatten, das ganze Wochenende nach Otavalo zu fahren und uns dort auch mit Martin, einem anderen Freiwilligen treffen wollten, der dort in der Nähe in einer indigenen Gemeinde lebt. Also haben wir schnell unsere Sachen gepackt und nochmal kalt geduscht (mit dem kalten Wasser freunde ich mich aber so langsam tatsächlich an, man ist danach auf jeden Fall immer wach!) und sind dann los, um mit dem Bus erst ans Nordterminal (was weiter weg ist als wir dachten) und dann nach Otavalo zu fahren. Die Busfahrten sind hier doch jedes Mal wieder ein Abenteuer, aber dank zwei sehr junger und netter Polizisten (die mich erstmal ausgelacht haben, da sie mir nicht glauben wollten, dass ich ihre Anweisungen auf Spanisch verstanden habe – da ich halt doch immer aussehe wie ein Tourist) schafften wir es nach mehrmaliger Falschfahrung mit dem Bus doch irgendwie ans Nordterminal und von dort aus mussten wir dann nur noch in einen Überlandsbus nach Otavalo steigen. So kaputt und umweltverschmutzend die Stadtbusse hier doch sind, so bequem und schön sind hier die Überlandsbusse, es gab sogar einen Fernseher auf dem irgendein asiatischer Film gelaufen ist, den sowohl Bianca als auch ich als sehr brutal befanden, da es auch so ziemlich das einzige war, was wir verstanden. Schneller als gedacht waren wir dann am Busterminal in Otavalo, circa um halb neun am Abend. Aber da es hier immer super schnell dunkel wird, kam es uns vor als sei es drei Uhr nachts. Daher fanden wir es ein wenig gruselig, alleine so im dunkeln nach einem Hostel zu suchen, aber nachdem wir ein paar sehr nette Leute gefragt hatten (hier sind alle sehr auskunftsfreudig und es kann auch mal vorkommen, dass sie einem falsche Anweisungen geben, wenn sie es nicht wissen, einfach da sie einem helfen wollen), fanden wir den großen Marktplatz von Otavalo, in dessen Nähe unsere Gastschwester Valeria uns ein Hostel empfohlen hatte. Auch wenn es nicht ganz so offensichtlich und leicht zu finden war, wie sie das beschrieben hatte, fanden wir es, jedoch hatte es leider keine Zimmer mehr frei, der nette Mann an der Rezeption konnte uns aber ein anderes Hostel direkt um die Ecke empfehlen, welches auch tatsächlich noch Zimmer (wenn auch etwas überteuerte) frei hatte. Dafür hatten Bianca und ich dann aber jeweils ein riesiges Doppelbett, sogar ein Bad und einen Fernseher und das Zimmer für die Nacht war größer als das, was wir uns ein Jahr lang teilen (welches aber auch vollkommen ausreichend und schön ist – so ist das nicht gemeint!). Nachdem wir ins Hostel eingecheckt hatten, machten wir nur noch einen kurzen Streifzug durch Otavalo, da wir nach dem langen Tag sehr müde waren. Daher aßen wir nur noch kurz in einem American Fast Food Restaurant – Otavalo ist eine sehr indigen geprägte Stadt im Norden, es gibt wirklich fast nur Einwohner dort, die indigener Abstammung sind, trotzdem haben wir mehr westliche Läden dort als bisher in Quito gesehen! Leider war das Restaurant das einzige, was so spät abends noch geöffnet hatte, sonst hätten wir gerne etwas Einheimisches probiert, aber um den Hunger zu stillen, genügte auch dieses Restaurant. Danach fielen wir einfach nur noch in unsere Betten.

Am nächsten Morgen standen wir recht früh auf, da wir um neun mit Martin, dem anderen Freiwilligen verabredet waren und davor noch frühstücken und Otavalo schonmal ein bisschen erkunden wollten. Also sind wir über den Markt gelaufen (der riesig und wunderschön ist), wir konnten uns gar nicht entscheiden wo wir hinschauen sollten – besonders da ich natürlich sofort als Tourist erkannt wurde und daher immer von fünf Marktverkäufern gleichzeitig angesprochen wurde, mir wurden sofort viele Angebote gemacht (natürlich für mich zu Touristenpreisen) und mehr als einmal wurde mir praktisch eine Jacke angezogen, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte. Tja, manchmal fällt man durch die hellen Haare und Augen hier halt doch sehr auf, besonders da die Verkäufer verständlicherweise versuchen, ihre Sachen an Touristen zu verkaufen, da diese in der Regel mehr bezahlen als Einheimische die ja wissen, wie viel solche Sachen normalerweise kosten. Nachdem wir dann noch sehr lecker in einer Panaderia gefrühstückt hatten, warteten wir am Markt auf Martin, der ganz nach ecuadorianischer Pünktlichkeit ein bisschen Verspätung hatte, woran wir uns aber so langsam gewöhnt haben, eigentlich macht das alles hier deutlich entspannter. Als Martin dann schließlich da war, machten wir uns ans Shopping auf dem Markt, da es einfach viel zu viele wunderschöne Sachen zu kaufen gibt – von handgefertigten Gitarren, Schmuck bis zu Ponchos, Hängematten und Gemälden ist dort alles dabei. Auch Essen gibt es dort und eigentlich gibt es in Otavalo nochmal einen komplett separaten Tiermarkt und noch viel mehr, wir haben an diesem Wochenende aber nur den Klamottenmarkt geschafft, wollen aber sowieso auf jeden Fall nochmal dort hin! Da Martin noch einige Dinge für seine Familie in Deutschland brauchte, kauften wir erst einmal ein Schachbrett und ein paar andere Dinge für ihn, da Bianca und ich uns bei ihm (da er dort in der Nähe wohnt und somit schon öfter auf dem Markt war) ein paar Tricks für das Handeln abschauen wollten, was man auf dem Markt besonders als Tourist wirklich braucht, da wie schon erwähnt sonst einfach Touristenpreise von einem verlangt werden, die man aber durchaus herunterhandeln kann. Nachdem wir uns das Ganze ein wenig angeschaut hatten, versuchten Bianca und ich es gleich selber. Ich habe ein Mäppchen von 5 auf 3 Dollar gehandelt, einen Pulli von 23 auf 18 und einen Schal von 13 auf 9 Dollar. Bianca handelte auch sehr gut, sodass wir am Ende stolze Käufe präsentieren konnten, auch wenn es einfach viel zu viele schöne Dinge auf dem Markt gibt, die man am liebsten alle kaufen will – falls jemand von euch dort mal hinkommt, müsst ihr unbedingt auf den Markt gehen, allein deswegen lohnt sich ein Trip nach Otavalo schon. Nachdem wir dann um 12 Uhr unsere Sachen aus dem Hostel holen mussten, fuhren wir danach mit dem Bus zu Martin nach Agato, eine Gemeinde in der Nähe von Otavalo, in der er das Jahr lebt, da Bianca und ich auch dort übernachten würden. Die Gemeinde ist wunderschön und sehr anders als Quito. Wie bereits erwähnt ist Otavalo und das ganze Gebiet drum herum sehr indigen geprägt und die Gemeinde in der Martin lebt ist auch ausschließlich indigen. Daher sahen wir bereits im Bus auf dem Weg nach Otavalo sehr viele Personen in der traditionellen Tracht – wunderschöne Röcke, Blusen und Schmuck bei den Frauen und sowohl bei Frauen als auch bei Männern immer sehr lange tiefe Zöpfe mit Haarbändern drin. Von diesen Trachten bin ich wirklich und absolut fasziniert – jeder sieht darin einfach wunderschön aus! Daher konnte ich mich auch eigentlich an allem nicht satt sehen, besonders da Otavalo genau wie Quito ja auch in den Anden liegt, es aber deutlich naturbelassener als die Hauptstadt Quito ist, sodass man einen wunderschönen Blick auf die Berge und auf die umliegenden Seen hat, von denen es in Otavalo ziemlich viele gibt! Die Gemeinde an sich ist relativ klein, insgesamt leben dort 14 Familien (auch wenn Familien dort etwas größer als Familien in Deutschland sind, sodass aus 14 Familien hier halt ein ganzes Dorf entsteht), die Häuser sind relativ einfach und offen gehalten, vor fast jedem Haus gibt es meterlange Felder, Kuhställe und Hühner laufen dort wie bei uns in Quito die Straßenhunde herum. Die Familie in der Martin diesen Monat gelebt hat (er wechselt monatlich die Familie) wohnt in einem schönen, alten und offenen Haus. Im Prinzip läuft man von vorne herein, links sind die Kuhställe und Hasenställe, dann kommt man auf einem Hof, wo Wäscheleinen hängen und die Hunde und Katzen (und die süßeste Babykatze auf diesem Planeten) sitzen und drumherum um den Hof sind dann einzelne Räume die insgesamt das Haus ergeben, also ist alles sehr offen. Das ganze Haus ist sehr traditionell eingerichtet, es hängen wunderschöne Schmuckstücke und selbstgebaute Instrumente an der Wand, die Bänke sind mit Fellen überzogen und über allem hängt eine sehr heimelige Atmosphäre – ich verstehe sehr gut, warum Martin sich in dieser Familie so wohl gefühlt hat, nicht zuletzt da sie uns super herzlich aufgenommen haben und sich sehr gefreut zu haben scheinen, dass wir Martin besucht haben! Mit der Lebensweise dort in den Dörfern könnte ich mich glaube ich auch sehr gut anfreunden, morgens von den Hähnen geweckt zu werden und die offenen Häuser, auch wenn es natürlich nur ein sehr oberflächlicher Einblick und auch nur in eine Familie war, so war es doch mehr als interessant das alles zu sehen! Die Gastmutter richtete dann sogar extra ein Zimmer für Bianca und mich her und nachdem wir da ein bisschen mitgeholfen hatten und Mittag gegessen hatten, liefen wir zusammen mit dem Gastbruder von Martin zu den berühmten Wasserfällen von Peguche, einer Nachbargemeinde von Agato. Die Natur dort ist wirklich beeindruckend, die Bäume sind riesig und der Wasserfall war einfach nur wunderschön! Nachdem wir natürlich die obligatorischen Fotos gemacht hatten, sind wir dann noch ein Stück den Berg hochgeklettert, bis wir hinter dem Wasserfall waren und dann in einer Art Grotte noch ein wenig mit hochgekrempelten Hosen (ich bin einfach zu klein, meine war danach trotzdem pitschenass, während Martin zum Beispiel das Wasser kaum bis zu den Knien ging) ins Wasser konnten. Alles in allem war es ein toller Ausflug zu den Wasserfällen, danach sind wir noch ein bisschen durch Peguche gelaufen und haben uns Martins Arbeitsplatz angeschaut, um den Weg dorthin beneide ich ihn wirklich nicht, da er jeden Tag massenhaft Stufen laufen darf hehe. Abends gab es dann wieder super leckeres Essen (alles aus eigenem Anbau der Familie) und dann gingen wir noch gemeinsam mit der Gastmutter die Kühe von der Weide holen. Der Weg bis zur Weide war eine halbe Wanderung, da es ordentlich den Berg hochging und wir mit der Höhe immer noch manchmal ein bisschen Probleme haben. Aber trotz der Anstrengung hat es sich mehr als gelohnt, denn die Aussicht auf die Berge und die Stadt ist von der Weide aus einfach zu schön um wahr zu sein und wir durften dann sogar wirklich die Kühe und den süßen Esel mit scheuchen, das war super toll und wirklich ein Erlebnis, so im Sonnenuntergang den Berg den Kühen hinterher beinahe runter zu rennen, während Staubwolken in die Luft aufsteigen, die die Kühe aufwirbeln und der Esel, wenn er sich im Dreck rumwühlt (was er laut Martin wohl öfter macht). Als wir dann erschöpft wieder bei der Familie ankamen, spielten wir abends noch ein bisschen die traditionellen Instrumente zusammen mit den Gastgeschwistern (die es beide sehr drauf haben, er spielt sehr gut Gitarre und das Mädchen super Panflöte) sodass Bianca und ich uns sofort mit der Rassel aus Ziegenfüßen zufrieden gaben! Dann gingen wir relativ schnell schlafen, die vorhin erwähnte Babykatze hat die ganze Nacht in meinem Bett neben meinem Kopf geschlafen, das war sehr niedlich! Am nächsten Morgen frühstückten wir und liefen danach mit der Gastmutter und Gastschwester an einen See dort in der Nähe, das war auch sehr schön und ich konnte mich noch ein bisschen mehr mit den beiden unterhalten, was wirklich spannend war, schließlich leben sie in einer komplett anderen Kultur als ich. Nach dem Ausflug an den See, aßen wir dann noch zu Mittag und mussten uns dann auch schon wieder von der netten Familie und Martin verabschieden, da wir ja noch zurück nach Quito fahren und am nächsten Tag wieder Unterricht hatten (den wir ja auch noch vorbereiten mussten!). Die Rückfahrt verlief ziemlich unspektakulär, dauerte aber länger als erwartet, sodass wir erst um neun Uhr abends wieder zuhause ankamen!

Ich fand den Wochenendtrip sehr schön und interessant, da Martin doch nochmal anders lebt dieses Jahr über als wir und ich möchte daran erinnern, dass dies nur meine oberflächlichen Eindrücke aus einem einzigen Dorf in der Nähe von Otavalo ist und ich das Ganze nicht verzerren möchte. Diese Familie hat sehr glücklich mit ihrer traditionellen und einfachen Lebensweise gewirkt, das muss nicht für alle gelten und ich weiß natürlich auch nicht, wie es ist, dort wirklich zu Leben sondern kann nur von diesen Eindrücken berichten, bitte beachtet dies!

Natürlich waren wir am Sonntagabend dann sehr müde und die Anstrengung des Wochenendes merkten wir dann auch am Montag in der Schule, die ansonsten wie immer sehr toll war. Am Montag mittag schafften wir nicht viel mehr, als den Unterricht für den nächsten Tag vorzubereiten und verbrachten sonst den Großteil des Nachmittags zuhause. Am Dienstag war die Schule dann auch wieder sehr gut, so langsam gewöhne ich mich wirklich an die verschiedenen Klassen und der Unterricht klappt inzwischen auch viel besser, die Kinder arbeiten dadurch dann auch schon viel besser mit und ich bin positiv in der Hoffnung, dass sie auch etwas daraus mitnehmen! Besonders hat mich am Dienstag in der Kindergartengruppe B ein kleiner Junge gefreut, der tatsächlich alle Tiere und Farben schon aufsagen konnte und sogar bei den Liedern, die ich immer singe schon mitsingen konnte, ich war wirklich erstaunt! Am Dienstagmittag sind wir dann länger in der Schule geblieben, da es einen Yogakurs gibt, den unsere Gastmutter macht (ja so gefühlt arbeitet unsere ganze Gastfamilie in der Schule). Ich fand es unheimlich interessant, da ich noch nicht so viel Kontakt mit Yoga davor hatte und mich die spirituellen Gesänge (besonders da sie auf Spanisch sind) ein bisschen verwirrt haben, aber ich fand es echt cool und werde auch nächste Woche auf jeden Fall wieder hingehen! Danach sind wir mehr als tiefenentspannt nach Hause gefahren und haben mittags dann eine kleine Jamsession bei uns im Zimmer eingelegt, Bianca an der Ukulele, ich an der Querflöte und wir beide haben zwischendrin immer wieder gesungen, das hat wirklich Spaß gemacht und ich finde es sehr toll, dass wir beide die gleiche Musik mögen und generell viel Spaß daran haben! Daher waren wir auch am Dienstag nach der Schule dann im Chor, den Andre, unsere Projektkoordinatorin, die irgendwie auch zu unserer Gastfamilie gehört (hehe) macht und auch wenn ich sehr überfordert mit den Texten auf Spanisch zu Beginn des Chores war, so wurde es doch spätestens dann richtig lustig, als die Texte plötzlich teilweise auf Kichwa waren (eine der indigenen Landessprachen, die auch teilweise in Otavalo gesprochen wurde). Hier an der Schule wird eine sehr spezielle Art der musikalischen Erziehung verfolgt, man bekommt keine Texte und Noten ausgeteilt, sondern es wird alles durch Wiederholung und Melodie gelernt. Das ist wirklich interessant, jedoch für mich ziemlich schwierig, da ich durch die Musicals bei mir an der Schule doch sehr daran gewöhnt bin, sehr strikt nach Noten zu singen. Bestimmt gewöhnt man sich daran, ich muss dann nur noch irgendwie die Texte auf Spanisch aussprechen können! Aber auch der Chor hat sehr viel Spaß gemacht und ich finde es gut, auch außerhalb der Schule, der Vorbereitung und den Wochenendtrips etwas zu machen, das habe ich in Deutschland ja auch immer gemacht.

Am Mittwoch war wie jeden Tag auch wieder Schule, ich hatte an diesem Tag alle drei von meinen Kindergartengruppen, auf die freue ich mich immer besonders, da man bei ihnen wirklich oft Fortschritte sehen kann, wenn ein Kind plötzlich die Lieder mitsingt oder auch nur im Rhythmus mitklatscht! Auch die anderen Klassen waren wie immer sehr schön, auch wenn ich es sehr anstrengend finde, so macht es mir doch unheimlich Spaß, zusammen mit den Kindern zu arbeiten! Am Mittwochmittag ging es dann Bianca leider nicht so gut und sie war dann heute auch nicht in der Schule, aber es geht ihr inzwischen zum Glück schon wieder besser.  Die liebe Bianca hat übrigens auch einen Blog, da erzählt sie das alles nochmal aus einer anderen Perspektive, also falls es euch interessiert, dann schaut ihn euch doch mal an, ich finde ihn sehr sehr gut!

quemasdequito.wordpress.com

Donnerstag und Freitag sind die beiden Tage, an denen Bianca und ich früher als sonst in die Schule müssen, heute war ich daher dann schon um 7 Uhr in der Schule da, nur um festzustellen, dass mein Unterricht ausgefallen ist, da morgen in der Schule eine große Zeremonie stattfindet (aufgrund eines Feiertags – fragt mich nicht was für einer, auch wenn ich es mir mehrmals habe erklären lassen, reicht mein Spanisch für sowas dann doch noch nicht aus, auch wenn es jeden Tag besser wird!). Aufgrund dieser Zeremonie mussten alle Schüler aus der sechsten Klasse oder älter den Durchlauf üben, also marschieren auf dem großen Sportplatz vor der Schule. Stellt euch das ganze so vor, die ganzen letzten Wochen wurde im Sportunterricht schon marschieren geübt! Die Zwölftklässler sind Fahnenträger, das heißt sie laufen mit Fahnenmasten (an denen morgen dann Friedensflaggen und Landesflaggen hängen) nacheinander marschierend auf den Platz ein, machen einige Formationen (die mehr als kompliziert aussehen) und ordnen sich dann am Rand des Sportplatzes mit den Fahnen auf und marschieren stundenlang weiter (die Zeremonie dauert anscheinend 3 Stunden – ich bin gespannt) und dann marschiert eine Klasse nach der anderen auf den Platz ein und stellt sich auf (und marschiert weiter)! Das war wirklich interessant anzusehen, im Hintergrund läuft dazu dann noch die Nationalhymne – ich bin mehr als gespannt auf die tatsächliche Zeremonie morgen. An dieser Stelle sollte man vielleicht dazusagen, dass das INEPE im Vergleich zu manchen anderen Schulen hier nicht sonderlich militärisch geprägt ist, auch wenn das durch den gerade beschriebenen Absatz so wirken mag. In dem Viertel, in dem ich wohne hat es einige Militärschulen, daher sieht man hier häufiger Soldaten und Kinder der Militärschulen herumlaufen, das INEPE gehört aber nicht dazu, die Zeremonie morgen ist aufgrund eines nationalen Feiertags!

Ansonsten war es wie immer in der Schule, ich habe mich noch ganz gut mit meinen Elftklässlern unterhalten, sie interessieren sich sehr für Deutschland und was für mich ganz gut ist, reden sie viel mit mir und erwarten auch ausführliche Antworten, sodass ich gut Spanisch mit ihnen trainieren kann, besonders da es ihnen Spaß macht, mir Wörter zu erklären und mich die Aussprache üben zu lassen (was man nicht alles für seine Schüler und sein Spanisch tut – haha). Ansonsten geht es mir zurzeit sehr gut, ich hoffe ich bleibe verschont und habe mich nicht bei Bianca angesteckt, dieses Wochenende wollen wir mal für die Familie kochen, ich freue mich schon sehr und melde mich bald mal wieder! Hasta luego!

PS.: was mein Titel eigentlich bedeutet: die Gastmutter hat uns beim Abendessen eine Legende zu einer Lagune in der Nähe erzählt, die wir unbedingt bald besuchen wollen – ein Riese war so riesig, dass er sich niemals irgendwo baden konnte und machte sich daher über die Lagune lustig, da sie von außen so klein aussah. Schließlich dachte er sich, dass er vielleicht zumindest seine Füße darin baden könnte und stieg in die Lagune… Was denkt ihr ist mit ihm passiert? Richtig gelesen – er ist ertrunken, da die Lagune so tief war und niemand hat ihn je mehr gesehen. Außer seine Hand: man kann nämlich an der Lagune sehen, wie seine Hand sich verzweifelt versucht hat seitlich festzuhalten – leider ist ihm dies misslungen.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s